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Erstmalig im Saarland Netzzugang Dritter in der Telekommunikation

Kooperation von VSE NET und Deutsche Telekom erhöht Verfügbarkeit für Kunden

Rund 400.000 Haushalte und Firmenstandorte im Saarland haben Grund zur Freude: Seit Mai dieses Jahres können sie von den Angeboten der Deutschen Telekom sowie von VSE NET und energis Highspeed profitieren. Möglich macht das die Kooperation der beiden Netzbetreiber über die gegenseitige Öffnung und Nutzung ihrer Infrastruktur. Diese Zusammenarbeit im Netzbereich ist die erste ihrer Art im Saarland und gilt als wichtiger Markstein mit Modellcharakter auf dem Weg zur Öffnung aller Telekommunikationsnetze für den Wettbewerb, wie sie die Politik fordert.

Durch den Netzausbau im betreffenden Gebiet sind Glasfaserleitungen bis in die Verteilerkästen (FTTC) verlegt und die so genannten Nahbereiche erschlossen. Damit erhalten die versorgten Haushalte Internetgeschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s. Wie bei Strom- und Gasnetzen sehen beide Unternehmen im fairen und diskriminierungsfreien Zugang zur jeweils anderen Infrastruktur die Zukunft, denn auch der weitere Glasfaserausbau könne nur gemeinsam gelingen. Die entsprechende Vereinbarung unterzeichneten Dr. Dido Blankenburg, Vorstandsbeauftragter der Telekom für Breitbandkooperationen, und VSE NET-Geschäftsführer Ingbert Seufert Ende April in der VSE-Hauptverwaltung in Saarbrücken.

Bessere Abdeckung und Auslastung der Netze
Die Kooperation zwischen VSE NET und Deutsche Telekom zeige, wie der Breitbandausbau effizient und nutzerfreundlich umgesetzt werden könne, freute sich die Beauftragte des Ministerpräsidenten, Dr. Susanne Reichrath. „Durch die Zusammenarbeit wird nun erstmals Wahlfreiheit zwischen den Netzanbietern ermöglicht, ohne dass dafür die Infrastruktur doppelt verlegt werden muss.“ Angestoßen wurde die Zusammenarbeit auch dank einer Verpflichtung zur Netzöffnung beim landesweiten Breitbandprojekt NGA-Netzausbau Saar unter Federführung des kommunalen Zweckverbands eGo-Saar.
Die Vorteile liegen für alle Beteiligten auf der Hand: Neben der Wahlfreiheit der Kunden bei Internetgeschwindigkeiten bis zu 100 Mbit/s in den ausgebauten Gebieten werden die vorhandene Infrastruktur besser genutzt, die Netzauslastung gesteigert, die Amortisationszeiten verkürzt und die Investitionsrisiken geteilt. Das spare Geld, das wiederum an anderer Stelle eingesetzt werden könne, betonte Dr. Dido Blankenburg.
Mit der nun erfolgten Netzöffnung finde der Wettbewerb auf der Ebene der angebotenen Dienste und Produkte statt und nicht auf der Infrastrukturebene, erläuterte Ingbert Seufert. „Wir wollen spürbaren Wettbewerb und keine Monopole. Daher macht die Kooperation zwischen beiden Netzbetreibern Sinn.“ energis-Geschäftsführer Michael Dewald geht davon aus, dass noch mehr Kunden von dem starken Angebot Strom, Erdgas und energis Highspeed profitieren. „Der Kunde schaut auf das Produkt und nicht auf den, der das Netz ausbaut.“

Die rund 400.000 Haushalte und Firmenstandorte können ab sofort auf die leistungsfähigen Produkte der VSE NET zugreifen. Die Vermarktung im Bereich der Privatkunden erfolgt durch energis mit dem bekannten Produkt „energis-Highspeed“. (nea)

Weitere Infos: bodo.heckmann@artelis.net